Wort zur Jahreszeit „Seid nicht bekümmert, denn die Freude am Herrn ist eure Stärke.“ (Nehemia 8,6)

Pastor Klaus-Eckart Damaske, Lüneburg

Es gibt eine Freude von außen und eine Freude von innen.

I. Von außen freut man sich über … ein neues Auto, einen Blumenstrauß; man freut sich an Menschen, an guten Leistungen, an der Natur. Wirklich wunderbar, wenn wir diese Dinge als Geschenke von Gott annehmen und genießen dürfen. Jeder wird wissen, dass wir immer wieder solche Impulse brauchen, um weiterzumachen mit dem, was einem Freude macht. Sie ist eine Reaktion auf etwas Äußeres. Die Übersetzung hier – „die Freude am Herrn“ – verstehen wir als: Gott gönnt seinem Volk solche Anlässe zur Freude.

Der Kontext allerdings ist schon interessant: Nach der Rückkehr aus der babylonischen Gefangenschaft stand das Volk vor den Ruinen der Vergangenheit. Einiges wurde wieder mühsam aufgebaut. Da ruft Nehemia das Volk zusammen und lässt ihnen das Gesetz des Mose vorlesen – sechs Stunden lang. Und sie fingen an zu trauern und zu weinen über ihre eigenen Sünden; sicherlich auch über die Sünden ihrer Väter, denn das war ja der Grund, warum Gott die Katastrophe der Zerstörung zugelassen hatte. Wie lange sie wohl gejammert haben? Jedenfalls erkennt Nehemia, dass hier etwas schiefläuft: sie klagen nur einseitig über die Vergangenheit – das ist richtig und nötig. Aber sie vergessen die andere Seite der Gnade. Da ruft Nehemia das Volk auf, sich erst mal zu stärken und ein Fest zu feiern, denn die Freude Gottes ist eure Kraft, euer Schutz oder eure Verteidigung. Und alle Priester halfen Nehemia, die Menschen zu beruhigen und auf die Heiligkeit Gottes hinzuweisen. Barmherzig ist der Herr, geduldig und von großer Gnade und Treue, dass ER uns die Sünden vergibt und reinigt uns von aller Ungerechtigkeit. Da fingen sie an, ihrer Freude Ausdruck zu geben, indem gefeiert wurde und indem sie alle miteinander teilten, was sie hatten. So wurde geteilte Freude doppelte Freude.

II. Die Freude von innen ist geheimnisvoll. Man kann sie nicht einfach herstellen oder als Befehl aufrufen in dem Sinne von: „Nun freu dich mal!“ Das geht nicht per Knopfdruck. Obwohl Psychologen sagen: man kann sich schon einen Ruck geben, um das Positive in der Welt zu sehen. Aber Paulus erzählt uns von einer höheren Freude, wenn er aufruft: „Freuet euch in dem HERRN allewege! Und abermals sage ich: Freuet euch!“ (Philipper 4,4)

„In den Herrn“ – das ist noch eine Steigerung der Qualität der Freude. Hier geht es um unser ganzes Dasein. Es ist wie eine Grundhaltung, die alles andere beeinflusst. Da sagt uns die Bibel: die Sünde verursacht in mir egozentrisches Verhalten, Selbstbezogenheit; ich will Gott nicht „Gott“ sein lassen. Aber ist jemand in Christus neugeboren aus Taufe und Glaube, so ist die Person eine neue Kreatur – auf Freude programmiert. Und nun verursacht die Gnade in mir, dass ich auf Christus ausgerichtet bin und meinen Nächsten in Liebe diene. Und das wiederum ist wirklich doppelte Freude.

Aus der tiefen Geborgenheit in Christus, aus der Lebenserfüllung und Liebe Gottes kann es ja gar nicht anders sein, als dass nun sich auch mein Wortschatz transformiert  – ich rede freundlich. Meine Sicht auf die Welt ändert sich, als hätte ich eine neue Brille aufgesetzt. Wie das Sprichwort sagt: Wer alles in Gottes Hand legt, wird bald in allem Gottes Hand erkennen. ER treibt die Weltgeschichte zu seinem Ziel.

Doch zugegeben: noch kommen viele Leiden über uns; da sind Tränen und Verlust. Aber auch diese werden in der Verbundenheit mit Christus neu beurteilt. Hört mal, wie Petrus schreibt: Freut euch vielmehr darüber, dass ihr so Anteil an den Leiden des Christus habt. Denn wenn ER dann in seiner Herrlichkeit erscheint, werdet ihr mit Jubel und Freude erfüllt sein. (1. Petrus 4,13) Das ist deine Bestimmung! Halleluja!

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