Andacht: Siehe, eine Stimme aus der Wolke sprach: Dies ist mein lieber Sohn, an dem ich Wohlgefallen habe; den sollt ihr hören! – Matthäus 17, 5b

Andacht / Wort zur Jahreszeit 1 Korinther 15, 3-8

Petrus muss eine erstaunliche Persönlichkeit gewesen sein. Er war so begeistert für den Herrn, wie ein Kind für seinen Vater. Er wollte zeigen, dass er erfreut und aufgeregt war, doch in seiner Aufregung machte er ständig etwas falsch und hörte nicht zu. Also musste unser liebender Vater ihn disziplinieren, doch er tat es mit viel Liebe, indem er immer wieder dieselben Worte wiederholte, die er schon bei der Taufe Jesu gesagt hatte: „Dies ist mein lieber Sohn, an dem ich Wohlgefallen habe; den sollt ihr hören!“

Bei der Verklärung Jesu, wo Petrus merkte, dass etwas Gutes geschah, unterbrach er auf einer unhöflichen Weise das Gespräch Jesu mit Mose und Elia über seinen Auszug aus Jerusalem. Es war, als wollte Petrus ein Selfie mache, um sein überragendes Gipfel-Erlebnis festzuhalten. Er wollte den “Pause” Knopf drücken, damit es keinen Auszug gäbe: “Ja, Jesus, wenn es dein Wille ist, dann lass mich dir, Mose und Elia hier in der Nähe von Jerusalem eine bleibende Wohnung bauen.” Petrus hörte nicht auf das, worüber Jesus gerade sprach. Jesus hatte ihn sogar schon vor einer Woche zurechtgewiesen, weil er ihm nicht zugehört hatte, als er sagte, er müsse nach Jerusalem gehen und vieles erleiden. Jetzt tat Petrus es wieder. Was in diesem Gipfelbild der Epiphanie noch fehlt, ist die Fastenzeit und Ostern. Petrus war ein Hindernis für das Werk Jesu, denn er dachte nicht an dem, was göttlich, sondern was menschlich ist.

Doch wie erstaunlich ist die Tatsache, dass unser Vater mit seiner Erklärung, den sollt ihr hören, die Fastenzeit einleitet. Petrus fiel buchstäblich zu Boden, als er die Stimme unseres Vaters hörte. Unser Vater wiederholte die Worte der Taufe Jesu, aber fügte noch diese Worte hinzu: Hört weiter auf Jesus.

Nachdem die Fastenzeit in Petrus eingekehrt war, kam Jesus sofort zu ihm. Er berührte Petrus und sagte: „Stehe auf und hab keine Angst.“ Während der Fastenzeit lernte Petrus auf Jesus zu hören und stand auf. Ja, Petrus würde bald wieder fallen, weil er nicht auf Jesus hörte, und würde ihn sogar dreimal verleugnen; aber dann erinnerte das Krähen eines Hahns ihn an Jesu Worte, und das Ergebnis war für Petrus der Beginn des Auszugs aus der Fastenzeit in die Osterzeit. Wir können nicht an der Auferstehungsherrlichkeit Jesu teilhaben, ohne am Kreuz Jesu teilzuhaben.

Für uns ist die Situation erstaunlich ähnlich. Viele von uns sind zufrieden, wenn das Leben ohne Probleme verläuft. Aber in schwierigen Zeiten wird unser Glaube auf die Probe gestellt. Oft werden wir von den Berggipfeln heruntergeholt und müssen durch Täler des Todes oder durch Wüsten wandern, in denen wir uns nach einem Vorgeschmack der zukünftigen, Auferstehungsherrlichkeit Gottes sehnen. Wie töricht sind wir doch, zu vergessen, dass wir sie bereits haben!

Die Berührung Jesu, die uns durch Wasser und Wort zuteil wird, ist ein Vorgeschmack auf den Tag, an dem wir uns mit allen Heiligen am Fluss versammeln (Offb 22,1); und der Leib und das Blut des Herrn, die wir in, mit und unter dem Brot und Wein empfangen, sind ein Vorgeschmack auf die Fülle des messianischen Festmahls.

Es ist wahr, dass diese Welt nicht der Himmel ist, aber Jesu Worte wirken in uns den Auszug aus diesem alten Jerusalem in das neue Jerusalem. Durch Jesu Wort haben wir schon jetzt Anteil an dem Reich Gottes, das wir jetzt jedoch noch nicht in seiner ganzen Fülle sehen.

Obwohl ich also im finsteren Tal wandle, fürchte ich kein Unglück, denn ich höre von dem herrlichen Werk Jesu, das mir während der Fastenzeit gepredigt wird, das am Kreuz vollendet wurde. In dieser kommenden und kurzen Fastenzeit werden wir durch das Wort Gottes an den Tod Jesu am Kreuz für die ganze Welt erinnert. Wir hören, dass Jesus durch seinen Tod und seine Auferstehung den Sieg errungen hat. Gott allein sei Dank dafür.

Möge Gott es schenken, dass wir inmitten unserer Fastenzeit lernen, nur auf Jesus zu hören und deshalb beginnen, aufzustehen und Jesus allein zu sehen. Dass ich vielleicht eine Mahlzeit ausfallen lasse, um mehr Zeit verfügbar zu haben, auf die Worte Jesu zu hören. Dass ich sonntags einen Golftag verpasse, um in der Kirche den herrlichen Worten Jesu zuzuhören. Dass ich den Fernseher ausschalte, um Zeit zu gewinnen, die Worte Jesu zu lesen. Dass ich in guten und schwierigen Zeiten meine Kinder in die Kirche bringe, damit auch sie auf Jesus hören können. Letztendlich ist das alles, was zählt: die Worte Jesu. Durch sein Wort haben wir bereits jetzt das Heil. Möge Gott es geben, dass die Fülle davon bald kommt! Amen.

(Geschrieben von Pastor Martin Kurt Paul, Johannesburg, Fairland)

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