Night Driving: Notes from a Prodigal Soul – Rezension

Chad Bird, Night Driving: Notes from a Prodigal Soul (Grand Rapids: Eerdmans Publishing Co., 2017)

„Die Bibel enthüllt die Geschichten von Männern und Frauen, um ihre wahre, sündhafte Identität zu offenbaren. Aus diesem Grund können wir uns selbst in ihnen sehen… Wir sind all diese – und mehr.“ (S. 90)

Night Driving ist genau so eine Geschichte. Offen, ehrlich und authentisch erzählt der Professor und Pastor Chad Bird seine Geschichte, wie er seiner Arbeitsstelle am Seminar verlor, wie seine Ehe in Scheidung mündete und wie er nach jahrelangem Ringen den Weg zurück in die Kirche fand.

Ohne zu versuchen, sein Verhalten zu rechtfertigen oder seine Sünden wegzureden, hört der Leser Birds erschütterndes Geständnis. Er nimmt einen mit auf eine Reise in die Dunkelheit der Nacht, weit entfernt von dem Licht, das Sünden aufdecken kann. Doch als er nachts mit einem Lastwagen durch die texanischen Ölfelder fuhr und genügend Zeit hatte, sich mit seinem Gefühlschaos auseinanderzusetzen, kämpfte er mit Gott und seiner eigenen Vergangenheit und fand schließlich, wonach er gesucht hatte. In den Psalmen fand er die Sprache der Flehenden, und in seiner Lastwagenkabine schrie er die Psalmen zum Himmel.

Zwischen den Erzählungen seiner eigenen Geschichte führt Bird ähnliche Beispiele aus dem Alten Testament an. Er zeigt die Unvollkommenheit jedes einzelnen Menschen, er offenbart das Versagen und die Kämpfe, die wir alle in unserem täglichen Leben erleben. Und am Ende führt er alles auf den einen Gott zurück, der in der Lage ist, zu vergeben.

Dieses Buch ist voll der hoffnungsvollen Botschaft des Evangeliums. Christus hat die Macht, zu heilen. Gott verlangt von uns keine „perfekte Reue“. Er ist ein Gott der Gnade. Er reicht uns die Hand in der Dunkelheit, auch wenn wir sie nicht sehen können. Wir sind in unserem Kampf nie allein. Wir werden aus Gnade durch den Glauben an Jesus Christus gerettet!

In den letzten Kapiteln des Buches geht es um die „Gemeinschaft der Zerbrochenen“, die Kirche. Bird beschreibt sie brillant als „sowohl schön als auch zerbrochen, voller erwünschenter und unerwünschter Züge“, als Spiegel dessen, was wir als Menschen sind. Die Versammlung der Gläubigen kann oft nicht von einer Versammlung der Ungläubigen unterschieden werden. Doch wo sich die Gläubigen versammeln, da ist Gott am Werk – um zu heilen, zu vergeben und zu lieben. Sünder versammeln sich gemeinsam um einen vergebenden Erlöser!

Wenn wir dieses Buch lesen und über unsere eigenen Sünden und Schwierigkeiten nachdenken, finden wir am Ende die Gnade Gottes – den leuchtenden Morgen nach dem Ringen der Nacht. Ich empfehle dieses Buch jedem, der mit Verdrängung, Wut, Sucht, Trauer oder Sünde zu kämpfen hat. Es ist sowohl ansprechend als auch aufschlussreich!

Angelika Johannes

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