Haushalterschaft beginnt und endet mit dem Bewusstsein, „alles gehört dem Herrn!“!

„Dient einander, ein jeder mit der Gabe, die er empfangen hat, als die guten Haushalter der mancherlei Gnade Gottes“ (1. Petrus 4, 10).

„Verwalterschaft“, das übergreifende Thema unserer Synode für die Jahre 2021 und 2022, ist für uns Christen nur schwer zu erfassen. Seit dem Sündenfall kommt die Erkenntnis nicht von selbst, sondern muss gelehrt und im Glauben praktiziert werden. Es beginnt und endet mit dem Bewusstsein, „alles gehört dem Herrn“, wie es König David so passend im 24. Psalm ausgedrückt hat: „Die Erde ist des HERRN und was darinnen ist, der Erdkreis und die darauf wohnen.“ (V. 1).

Die Erde, wie Gott sie geschaffen hat, war in der Tat wunderbar. Gott hat versorgt. Es war „die ganze Zeit Erntezeit“, dargestellt durch die „empfängliche“ (oder offene) Hand von Adam und Eva, die freudig von Gott empfingen, was er so reichlich zur Verfügung stellte. Alles änderte sich und es ging sehr schief als der Teufel Adam und Eva in Versuchung brachte, vom verbotenen Baum des Lebens zu „nehmen“. Die empfängliche Hand wurde gegen die Hand des „Eigentums“ ausgetauscht mit der Erklärung: „Es gehört MIR.“ Damit begannen die Probleme unserer Welt. Anstatt alles als Gottes gnädiges Geschenk anzusehen, erklärt der nun in Sünde gefallene Mensch: „Der Besitz, den ich genieße, ist mein Besitz, die Talente, die ich habe, sind meine Talente, um in erster Linie mein Leben zu sichern.“ Herr und Besitzer zu sein, ist stressig, verkörpert durch die endlosen Sorgen, die das Leben prägen. Mit einem Gott, der nun entthront ist, wird das Leben durch die Angst vor einer ungewissen Zukunft gekennzeichnet. Der Mensch wird Sammler. Größere Scheunen werden gebaut und mehr Eigentum wird gelagert.

Der Apostel Paulus erklärt: In Christus sind wir eine „neue Kreatur“ (2. Korinther 5, 17). Gott hat uns mit seinem kostbaren Blut und seinem unschuldigen Leiden und Sterben zurückgekauft. Er hat uns vom Irrtum des Eigentums befreit und uns wieder zu dankbaren Empfängern und Verwaltern der Gnade Gottes gemacht. Jesus lehrte uns zu beten: „Vater unser…. Unser tägliches Brot gib uns heute“ (Matthäus 6, 11), und er tut es! Er wies auf die Vögel unter dem Himmel und sagte: „Sie säen nicht, sie ernten nicht, sie sammeln nicht in die Scheunen, und euer himmlischer Vater nährt sie doch. Seid ihr denn nicht viel mehr denn sie?“ (Matthäus 6, 26). Wir sind es!

Christ sein bedeutet: Ich erkenne, „alles gehört dem Herrn.“ Alles, was ich bin und habe, ist Gottes Geschenk an mich. Aber ich bin nicht der Besitzer. Ich bin Gottes Haushalter und durch mich möchte er andere segnen und sein Reich bauen. Dieses Wissen macht frei. Es führt zur Freigebigkeit und Hingabe im Dienst Gottes. Als erlöste Kinder Gottes hat er uns von der Last des Eigentums befreit und uns sowohl zu Empfängern als auch zu Verwaltern der Gnade Gottes erklärt, die anderen dankbar dienen und freudig von den vielen Segnungen, die wir empfangen haben, geben.

In der Tat beginnt und endet Haushalterschaft mit dem Bewusstsein, „alles gehört dem Herrn!“! DU GEHÖRST IHM und durch dich will er anderen dienen.

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