Zur Geschichte der FELSISA – Teil 14

Lehrgespräche. Die Amtszeit von Präses Ernst-August Albers

Zur Geschichte der FELSISA – Teil 14: Die Amtszeit von Präses Ernst-August Albers (1990-1994) Lutherisches Theologisches Seminar (LTS)

Als nach zehnjährigem Lehrbetrieb Schwierigkeiten beim LTS auftraten und die Ausgaben für das Seminar nachteilige Auswirkungen auf die Ausbreitung hatten, debattierte die Synodalversammlung 1992 zweieinhalb Stunden lang über dessen Zukunft mit dem Ergebnis, dass ein Aufsichtsrat für das LTS eingesetzt wurde.

Im Juni 1994 wurde der Vorschlag, alle Aktivitäten des LTS zeitweilig aufzuheben, zwar abgelehnt und ein Statut des LTS angenommen, aber bereits im Oktober desselben Jahres wurde für das Seminar eine ‚Ruhepause von 3 bis 4 Jahren‘ beschlossen, wonach 1998 seine endgültige Schließung erfolgte.

Ernst-August Albers Präses der FELSISA 1990 - 1994
Ernst-August Albers – Präses der FELSISA 1990 – 1994

Wegen der Kleinheit der FELSISA war es ihr nur möglich, zwei vollzeitige Dozenten für das Seminar anzustellen. Das erschien vielen Gliedern der Synode als zu wenig, um Pastoren ausreichend für die Kirche in dieser Zeit auszubilden.

Die Theologiestudenten der FELSISA gingen seither nach ihrem Vorstudium (BA) an der Universität Pretoria zunächst an eines der Seminare der Lutheran Church–Missouri Synod (LCMS) in den USA. Seit dem das finanziell nicht mehr tragbar war, machen sie ihr Hauptstudium an der Lutherischen Theologischen Hochschule der Selbständigen Evangelisch-Lutherischen Kirche (SELK) in Oberursel/Deutschland.

Kapstadt

Anfang der 1990er Jahre schickte der Synodalausschuss der FELSISA einen Vertreter nach Kapstadt, der dort wohnende Synodalglieder aufsuchen und sich nach Möglichkeiten ihrer Bedienung umsehen sollte. Da der Bericht darüber zu dem Ergebnis kam, dass eine Sammlung und Bedienung solcher Glieder wegen der weiten Entfernungen praktisch nicht durchführbar sei, wurde das Projekt nicht weiter geführt.

Bald danach entstand im Jahr 1993 aus der Strandstraßengemeinde in Kapstadt heraus eine kleine Gemeinde, die ihre Gottesdienste zunächst im Haus eines Gemeindegliedes hielt. Sie gab sich den Namen Thomasgemeinde und wandte sich an die FELSISA um Anschluss und Unterstützung. Ihre offizielle Aufnahme in die Synode erfolgte 1994. Mit Hilfe einer Sondersammlung und des FELSISA Charitable Trust Fund konnte sie ein Grundstück im Stadtteil Edgemead erwerben und eine Kirche bauen. Damit hatte die FELSISA auch in Kapstadt eine Gemeinde.

Hundertjähriges Jubiläum

Auf den Tag genau hundert Jahre nach ihrer Gründung konnte die FELSISA am 13. September 1992 ihr hundertjähriges Bestehen festlich begehen. Die gastgebende Gründergemeinde Lüneburg hatte zu diesem Anlass ein großes Zelt errichtet, in dem die aus der ganzen FELSISA versammelte Gemeinde den Festgottesdienst feierte.

An den folgenden zwei Tagen wurde in der „alten Schule“ von Lüneburg, dem Gründungsort der FELSISA, die erste Synodalversammlung im zweiten Jahrhundert ihres Bestehens gehalten.

Verhältnis zur LCMS

Durch den Einsatz von Missionaren der US-amerikanischen Lutheran Church–Missouri Synod (LCMS) in Südafrika im Auftrag der Bleckmarer Mission, bzw. der Lutheran Church in Southern Africa (LCSA) kam der Wunsch auf, diese Verbindung auch zwischen FELSISA und LCMS aufzurichten. Nach einem Kontaktbesuch von Vizepräses Peter Ahlers bei der LCMS im Juni 1992 und ausführlichen Lehrgesprächen einer LCMS Delegation mit der FELSISA im Februar 1994 in Südafrika wurde durch entsprechende Beschlüsse der Synodalversammlungen der FELSISA (1994) und der LCMS (1995) die Kanzel- und Abendmahlsgemeinschaft zwischen beiden Kirchen festgestellt.

Finanzielle Sorgen

Durch die mancherlei Ausgaben für die Ausbreitungsarbeit und weil die Kosten für das Theologische Seminar (LTS) weit höher waren als veranschlagt, geriet die FELSISA an den Rand ihrer finanziellen Möglichkeiten. Auf der Synodalversammlung 1994 war die Rede von „dauernde(r) Geldnot“1 und die Warnung wurde ausgesprochen, dass bei Beschlüssen finanzieller Art gründlich bedacht werden müsse, ob das Projekt durchzuführen sei.

Ende der Amtszeit

Die Amtszeit von Präses Albers endete im Juni 1994 mit der Wahl von Pastor P. Ahlers in dieses Amt.

__________________________

1 Protokoll Syn. Vers. am 14.-15. Juni 1994 – Punkt 10.

Präses (emeritus) Peter Ahlers, Hillcrest

 

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