Historische Partnerschaft: Kirchengemeinschaft zwischen FELSISA und CLCMS

Bishof em. Dr. Dieter Reinstorf, Pretoria

Nach offiziellen theologischen Konsultationen im Jahr 2022 hatte die FELSISA auf ihrer Synodalversammlung 2023 einstimmig beschlossen, die Kirchengemeinschaft mit der CLCMS zu erklären. Diese Erklärung sollte von der CLCMS bestätigt werden, die ihre 1. Synodalversammlung vom 1. bis 5. August 2024 in Mzuzu, Malawi, hielt. 

Der ehemalige Bischof der FELSISA, Dr. Dieter Reinstorf, war als offizieller Gast und Zuhörer eingeladen. Es war mir eine Ehre, an der Tagung dieser noch recht jungen, aber lebendigen Kirche teilzunehmen. Gegründet im Jahr 2007 ist sie auf 4000 Mitglieder herangewachsen und hat Gemeinden in allen drei Provinzen Malawis. Der Mangel an Reisemitteln und sehr schlechte Straßen, machten es in der Vergangenheit fast unmöglich, sich zu treffen. Die Pastoren erhalten kein Gehalt von ihren Gemeinden. Sie sind „Zeltmacher“, wie der Apostel Paulus, und verdienen sich nebenbei etwas dazu, um ihre Familien zu versorgen. Sie besuchen ihre Gemeindemitglieder zu Fuß oder mit dem Fahrrad. Ein Motorrad zu besitzen ist die Ausnahme. Dennoch sind sie vom Geist Gottes erfüllt und wollen das Evangelium von Christus mit allen teilen. Es ist demütigend, das zu beobachten.

Mir war zuvor aufgefallen, dass Jesus in seiner bekannten Predigt im Lukasevangelium sagt: „Selig sind die Armen; denn das Reich Gottes ist euer“ (6,20). Die Armen? Hat der Evangelist Lukas „arm im Geist“ übersehen, wie Matthäus diese Seligpreisung Jesus wiedergibt? Arm zu sein ist in unserer Welt kein erstrebenswerter Zustand. Wir bevorzugen warme Duschen und eine heiße Tasse Kaffee am Morgen. Arm zu sein bedeutet, „ich bin abhängig“ wie ein kleines Kind, das empfänglich ist für das, was andere geben. Aber genau das sind die Eigenschaften des Glaubens, die Jesus hervorhebt. Die Kinder sollen zu ihm kommen, denn ihnen gehört das Reich Gottes (vgl. Markus 10,39).  Kinder vertrauen und sind beispielhaft im Empfangen. Das ist es, was ich in Malawi gelernt habe: Junge und alte Christen, die Gott vertrauen. Dieses kommt in der Vielzahl ihrer Gebete zum Ausdruck. Keine Reise beginnt ohne ein inniges Gebet um Gottes Schutz. Und keine Reise endet ohne ein Wort des Lobes für den erhaltenen Schutz. Wir können so viel von der CLCMS lernen.

Es war daher nicht nur ein historischer Moment, sondern auch ein Moment der Gnade, als die Synodalversammlung der CLCMS ebenfalls einstimmig beschloss, die Kirchengemeinschaft mit der FELSISA zu erklären. Kirchengemeinschaft drückt sich in erster Linie in Kanzel- und Altargemeinschaft aus, in der gemeinsamen Verkündigung des Wortes Gottes und der gemeinsamen Feier des Heiligen Abendmahls. Sie bedeutet aber auch, dass wir gemeinsam unterwegs sein wollen, uns gegenseitig ermutigen, das Evangelium Christi zu verkünden und füreinander zu sorgen.

Schon seit einigen Jahren schickt die Mission of Lutheran Churches (MLC), der die FELSISA angehört, theologischer Lehrer nach Malawi, um diejenigen auszubilden, die Pastoren werden wollen. Diese Männer jeden Alters wissen, dass dies kein leichter Weg ist. Der geschäftsführende Vorsitzende, Pastor Davis Wowo, erinnert sie immer wieder daran, dass sie berufen sind, mit Christus zu leiden, wie der Apostel Paulus. Durch die Bedrängnisse des Lebens, so erinnert uns Paulus, wirkt Gott Geduld, Geduld aber Bewährung und Bewährung Hoffnung, die nicht zuschanden werden lässt (Römer 5,3-5). Nach Abschluss dieses Grundkurses in Theologie werden sie als Evangelisten eingesetzt.  Einige studieren dann weiter am Lutherischen Theologischen Seminarin Pretoria oder anderswo und werden dann als Pastoren ordiniert.

Die Mitglieder der FELSISA werden ermutigt, ihre Brüder und Schwestern in Malawi im Gebet zu begleiten und nach Möglichkeiten zu suchen, diese Kirche beim Wachstum zu unterstützen. Gegenwärtig hofft die FELSISA, weitere Gesangbücher für die CLCMS zu drucken, und hat sich verpflichtet, diese Kirche bei der Umsetzung ihrer Verfassung zu unterstützen. Dies wird zu ordentlichen Wahlen führen, die auf den Diözesanvollversammlungen im Jahr 2025 stattfinden sollen, gefolgt von der 2. Synodalversammlung im Jahr 2026. 

Angesichts der Reise nach Malawi,  preise ich Gott und bitte ihn, dass die Partnerschaft zwischen der CLCMS und der FELSISA viel Frucht bringe und neues Gottesvertrauen erweckt.

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