Zwei neue Pfeifenorgeln

Zwei neue Pfeifenorgeln

Kirchenmusik spielt in der lutherischen Kirche seit jeher eine wichtige Rolle. Umso bedeutsamer, dass zum 500.

Gedenken der Reformation gleich zwei Gemeinden unserer Synode eine neue Orgel erhalten werden. Die Gemeinden Lüneburg und Kirchdorf haben den Schritt gewagt, Geld (sogar viel Geld) für neue Instrumente zu investieren, und mit dieser Investition ein Zeichen für die traditionelle lutherische Kirchenmusik zu setzen. Es handelt sich hier nämlich um Orgeln von hoher Qualität, die – so Gott will – für die nachkommenden Generationen noch von Bedeutung sein werden!

Zwei neue Pfeifenorgeln
Die Lüneburger Orgel während des Aufbaus in der Werkstatt von Jan Elsenaar

Also der Reihe nach: In Lüneburg erlitt die alte Orgel vor einigen Jahren Blitzschaden. Dieser konnte zwar repariert werden, aber die Orgel wurde zunehmend unzuverlässig. Immer wieder fielen einzelne Töne oder sogar ganze Register aus, sodass eine zuverlässige Begleitung des Gottesdienstes auf lange Sicht nicht gewährleistet werden konnte. Die Elektronik der Orgel zu ersetzen, würde sehr viel Geld kosten (die Teile müssten aus England importiert werden). Außerdem sollte auf der Empore Platz für den Sängerchor gewonnen werden. Darum entschied man sich nach einem längeren Beratungsprozess, eine neue vollmechanische Schleifladenorgel bauen zu lassen, die genau auf den Raum in Lüneburg abgestimmt ist.

Der erste Entwurf sah 12 Register (d.h. Pfeifenreihen) vor. Aus Lüneburg kam aber der Wunsch, die Orgel etwas zu vergrößern. Somit entstand ein zweiter Entwurf mit 15 Registern, der zurzeit auch ausgeführt wird. Die Orgel entsteht in der Werkstatt von Jan Elsenaar in Brandfort (bei Bloemfontein). Herr Elsenaar ist ausgewiesener Experte für mechanische Schleifladenorgeln und hat sein Können bereits 2004 in der Petrusgemeinde in Greytown unter Beweis gestellt.

Um Kosten zu sparen, wurden 8 Register aus der alten Orgel übernommen. Diese Pfeifen sind alle sehr klangschön und von guter Qualität und werden durch 7 neue Register (aus Holland importiert) ergänzt. Somit entsteht eine Orgel mit vielen verschiedenen Klangfarben, auf die man gespannt sein darf! Die Lüneburger Elsenaar-Orgel soll – so Gott will – am 1. Advent 2017 eingeweiht werden.

In Kirchdorf ging hingegen alles sehr schnell. Die alte Orgel (wie die alte Lüneburger Orgel ebenfalls Anfangs der 1950ger Jahre von der Firma Steinmann in Deutschland erbaut) funktionierte eigentlich noch recht zuverlässig, auch wenn die Qualität des Instrumentes nicht besonders gut war. Doch der lokale Orgelbauer sollte demnächst in den Ruhestand gehen. Es gibt nunmehr in ganz KwaZulu-Natal keinen einzigen Orgelbauer mehr – somit war die weitere Pflege des alternden Instrumentes nicht gesichert. Hier stand also ebenfalls die Frage im Raum, ob dieses Instrument auch in Zukunft die Gottes-dienste zuverlässig hätte begleiten können.

Groß war das Erstaunen, als ausgerechnet im Internet bei OLX eine wunderschöne vollmechanische Orgel mit 18 Registern zum Verkauf angeboten wurde. Die NG Gemeinde Verwoerdpark in Alberton hatte das Instrument zugunsten von Trommeln und Gitarren seit etwa 10 Jahren nicht mehr benutzt (Interessant, dass diese Gemeinde seither kleiner, nicht größer geworden ist. Food for thought?). Der berühmte, um nicht zu sagen legendäre Orgelbauer Jan Roeleveld hatte die Orgel 1983 für diese Gemeinde gebaut. Es war das Instrument, welches er immer als sein erfolgreichstes beschrieben hat. Welch eine Ehre, dass diese Perle nun in Kirchdorf stehen darf!

Nachdem das Instrument im Juni 2016 in der Kirche in Alberton besichtigt werden konnte, beschloss die Kirchdorfer Gemeinde einstimmig, ein Angebot abzugeben. Danach ging alles ruckzuck! Die Alberton Gemeinde wollte die Orgel so schnell wie möglich loswerden, sodass Herr Elsenaar, der auch dieses Projekt betreuen sollte, im Januar 2017 bereits die Orgel in Alberton abbauen musste. Sie wird zurzeit in Kirchdorf aufgebaut und soll, so Gott will, am 5. März 2017 eingeweiht werden.

Die Roeleveld-Orgel, die eine stattliche Größe hat, passt millimetergenau auf die Empore in Kirchdorf. Es bleibt oben über der Orgel genau 1cm Platz frei! Die Orgel sieht tatsächlich aus, als wäre sie für den Raum in Kirchdorf geschaffen. Der schöne Prospekt, die fantastische handwerkliche Qualität sowie der einmalige Klang der Orgel erfüllen alle mit großer Freude und Dankbarkeit.

Mögen diese beiden Orgeln noch viele Jahre zum Lobe Gottes erklingen! Bleibt die Frage: Wer soll die Instrumente spielen? Hoffentlich lassen sich (auch durch diese neuen Instrumente) viele junge Leute inspirieren und motivieren, das Orgelspiel zu erlernen. Der synodale Organistenverband setzt sich ebenfalls für die Ausbildung junger Organisten ein. Möge der Herr diese Arbeit weiterhin reichlich segnen!

Weitere Bilder sowie Informationen zu den beiden Orgeln (Dispositionen usw.) können auf der Webseite von Herrn Elsenaar (www.janelsenaar.com) oder auf seiner Facebook-Seite abgerufen werden.             

Pastor Roland Johannes, Wartburg

 

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