Zur Geschichte der FELSISA – Teil 15:

Zur Geschichte der FELSISA - Teil 15 Peter Ahlers

Die Amtszeit von Präses Peter Ahlers (1994-2009)

Ausbreitung

Mitte der 1990er Jahre begann die Gemeinde Kirchdorf eine englischsprachige Gruppe zu sammeln, aus der die Our Saviour Gemeinde in Wartburg hervorging. 1996 wurde in der Gemeinde Pretoria ein zweiter Pastor für den afrikaanssprachigen Teil eingeführt. Im selben Jahr wurde die English Lutheran Fellowship (ELF) in Randburg als vollberechtigte Gemeinde in die FELSISA aufgenommen, und 2002 entstand eine afrikaanssprachige Gemeinde in Piet Retief, die vier Jahre später Teil der FELSISA wurde.

Im Oktober 1998 hielt Pastor W. Arndt aus den USA mit seinem Team einen „Workshop“ über Gemeindewachstum für die Pastoren der FELSISA und LCSA; 2002 wurde ein „Jahr der Evangelisation“ durchgeführt, zu dem Pastor Murvin Kentel von der English Lutheran Fellowship die Gemeinden besuchte; und im Januar 2006 veranstaltete Dr. Robert Scudieri aus St. Louis, USA, im Rahmen der Ablaze-Aktion der Lutheran Church – Missouri Synod eine Arbeitssitzung zum Thema „Mission und Ausbreitung“.

Ausbreitung in anderen Sprachen
Bis in die 1960er Jahre wurde in der FELSISA das Evangelium allein in der deutschen Sprache gepredigt. Seitdem wurde die frohe Botschaft nach dem Verständnis der lutherischen Bekenntnisschriften auch mehr und mehr in anderen Sprachen verkündigt. Die Notwendigkeit, Gottesdienste in der englischen und afrikaansen Sprache zu halten, erwuchs zuerst in den Städten, und Pastor E. Schroeder begann 1967 in der Gemeinde Johannesburg mit Gottesdiensten in englischer Sprache. Seitdem haben fast alle FELSISA Gemeinden zusätzlich zu den Gottesdiensten in Deutsch auch welche in entweder Englisch oder Afrikaans; und ab den 1990er Jahren entstanden mehrere Gemeinden, in denen nur noch die englische (Kapstadt, Randburg, Wartburg, Arcadia) oder afrikaanse (Pretoria, Piet Retief) Sprache gebraucht wird. Der Schriftverkehr innerhalb der Synode wurde seit den 1990er Jahren zunächst zweisprachig geführt bis 2010 beschlossen wurde, dass alle Korrespondenz, die an alle Gemeinden der Synode gerichtet ist, in Englisch sein soll. Seit demselben Jahr werden auch die Synodalversammlungen, Pastorenkonvente und anderen synodalen Versammlungen in dieser Sprache gehalten.

Dankopferjahr

Um den im vorigen Kapitel erwähnten finanziellen Sorgen zu begegnen, wurde auf der Synodalversammlung 1994 eine Reihe von Vorschlägen gemacht, die zur Bildung eines Komitees führte, das die Angelegenheit weiter bearbeiten sollte. Ende desselben Jahres machte es den Vorschlag, ein „Dankopferjahr“ in den FELSISA Gemeinden durchzuführen.

Pastor Lester Gierach aus Kanada, der zu der Zeit Pastor der English Lutheran Fellowship (ELF) in Randburg war, reiste 1995 durch die Gemeinden der FELSISA und hielt ausführliche Bibelarbeiten und geistliche Besinnungen über Gottes geistliche und leibliche Gaben und die damit einhergehende Verantwortung gegen-über Kirche und Gemeinde.

Außerdem wurde versucht den synodalen Haushaltsplan so anschaulich und rechtzeitig wie möglich aufzustellen und seine Einzelbeträge deutlich zu erklären.

Dies alles führte dazu, dass im Zusammenhang mit dem Kirchenbericht zur Synodalversammlung 2004 dankbar festgestellt werden konnte, „dass die Gebefreudigkeit unter den Gemeinden erfreulich zugenommen habe.“1

Verlust von Gliedern

Der politische Machtwechsel in Südafrika im Jahr 1994 veranlasste viele Einwohner das Land zu verlassen. Von dieser Auswanderungswelle wurde auch die FELSISA betroffen und sie verlor dadurch – besonders in ihren Stadtgemeinden – fast 15 Prozent ihrer Glieder.

Neue Kirchen- und Synodalordnung
Da über die Zeit eine Reihe von Beschlüssen nicht in die Synodalordnung eingearbeitet worden waren, einige ihrer Bestimmungen nicht mehr zutrafen und es neben der Synodal-ordnung mehrere andere Ordnungen in der FELSISA gab, was manchmal zu Unklarheiten führte, wurde die Aufstellung eines neuen Ordnungswerks dringend nötig. Nach längerer Vorbereitung wurden im November 1996 die Ordnungen für die Freie Evangelisch-Lutherische Synode in Südafrika angenommen.

Neues Gesangbuch

Nach jahrelanger Vorarbeit durch ein Gesangbuchkomitee unter der Leitung von Pastor W. Köhne konnte das von der FELSISA erarbeitete Lutherische Gesangbuch am 3. Sonntag im Advent 2004 von allen deutschsprachigen Gemeinden in Gebrauch genommen werden.

Internationale Verbindungen

Situation bis 1990er Jahre

Bis in die 1960er Jahre stand die FELSISA in Kanzel- und Abendmahls-gemeinschaft mit der Selbständigen Ev.- Luth. Kirche (SELK) in Deutschland (von der die Hannoversche Ev.- Luth. Freikirche 1972 ein Teil geworden war) und natürlich mit den Gemeinden der Bleckmarer Mission in Südafrika. Als aus diesen Gemeinden 1967 die „Lutheran Church in Southern Africa“ (LCSA) entstand, wurde die Kirchengemeinschaft auf die neue Kirche übertragen. Aber außer diesen Kirchen hatte die FELSISA keine offiziellen Verbindungen mit anderen konfessionellen lutherischen Kirchen. Sie wusste von ihnen, aber es gab kaum Kontakte mit ihnen.

Über die Kirchengemeinschaft mit der Wisconsin Evangelical Lutheran Synod in den USA und deren Ende, sowie über die Erklärung der Kirchengemeinschaft mit den Lutherischen Freikirchen in Finnland und Dänemark wurde bereits berichtet.

LCMS

Nachdem die Gespräche mit der US-amerikanischen Lutheran Church – Missouri Synod (LCMS) im Jahr 1994 die Einigkeit in Lehre und Bekenntnis gezeigt hatten, stellte die Synodalversammlung der LCMS 1995 offiziell und feierlich die Kanzel- und Abendmahlsgemeinschaft mit der FELSISA fest.

Im Jahr 2004 wurde die bestehende Verbindung durch den Besuch einer Delegation der LCMS unter der Leitung ihres Präsidenten Dr. Gerald Kieschnick bei der FELSISA unterstrichen.

ILC

1995 wurde die FELSISA in den International Lutheran Council (ILC) aufgenommen, in dem die meisten schrift- und bekenntnisgebundenen lutherischen Kirchen der Welt vertreten sind. Im Jahr 2001 hatte die FELSISA zusammen mit der LCSA die Ehre, die ILC-Konferenz in der Gemeinde Kirchdorf, Wartburg willkommen zu heißen.

Weitere Kirchliche Verbindungen
Im August 1998 stimmte die Synodalversammlung der Kirchengemeinschaft mit der Evangelisch Lutherischen Kirche von Brasilien (IELB) zu und im August 2002 der Kanzel- und Abendmahlsgemeinschaft mit der Evangelical Lutheran Church of England (ELCE). Beide Dokumente darüber wurden auf den jeweils darauf folgenden ILC-Versammlungen unterzeichnet.

Da die bestehende Kirchengemeinschaft mit der Selbständigen Ev.-Luth. Kirche (SELK) in Deutschland und mit der Lutheran Church in Southern Africa (LCSA) nirgendwo schriftlich festgehalten worden war, wurde 1995 mit der SELK eine Vereinbarung und 2002 mit der LCSA ein Protokolldokument darüber unterzeichnet.

Die Verbundenheit im Glauben und Bekenntnis kam durch regelmäßige Grußworte der mit der FELSISA verbundenen Kirchen zu den Synodalversammlungen zum Ausdruck und erreichte durch die persönliche Gegenwart der Präsides Dr. Ralph Mayan (Lutheran Church Canada), Dr. Carlos Winterle (Ev.-Luth. Kirche von Brasilien), Dr. Karl Fry (Ev. Luth. Church of England) und Altbischof Dr. Jobst Schöne (SELK) bei der Synodalversammlung der FELSISA im Jahr 2000 in Panbult einen Höhepunkt.

Die Zugehörigkeit zum ILC führte auch zur Beteiligung an mehreren internationalen kirchlichen Konferenzen.

Rückgabe des Präsesamts

Am 31. Dezember 2009 gab Peter Ahlers das Präsesamt zurück, da er die Altersgrenze erreicht hatte.

Weil die darauf folgende Synodalversammlung im Mai 2010 die Amtsbezeichnung ‚Präses‘ mit ‚Bischof‘ ersetzte, wurde er dadurch zum letzten Präses der FELSISA.

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1 Protokoll Syn. Vers. am 17. Aug. 2004 – Punkt 7.1.

Schlusswort

Mit der Darstellung der Geschichte der FELSISA habe ich versucht zu zeigen, dass die Ursache für ihre Entstehung und der Grund für ihren heutigen kirchlichen Weg die Loslösung eines großen Teils der Kirche von der objektiven Heilslehre Gottes zu einer subjektiven Erkenntnistheorie ist, in deren Mittelpunkt nicht mehr Gott, sondern der Mensch steht. Da damit die Heilsgewissheit unsicher geworden, bzw. hingefallen ist, kann die FELSISA nur den Weg der schrift- und bekenntnisgebundenen lutherischen Kirche gehen, wenn sie des Heils gewiss bleiben will, das der Herr Christus am Kreuz und in seiner Auferstehung für alle Menschen erworben hat.

Die Frage nach der Heilsgewissheit hat nicht nur die Reformation mit ihrer Wiederentdeckung des Evangeliums ausgelöst, sondern ist auch für die FELSISA heute der alleinige Grund, auf dem Weg der konfessionellen lutherischen Kirche zu bleiben. Sie bindet sich an die Heilige Schrift als die einzige Stelle und Art und Weise, wo und wie Gott seinen Willen offenbart und seine frohe Botschaft von der Erlösung der Menschen durch seinen Sohn Jesus Christus verkündigt. Und sie bezeugt dieses Evangelium nach den Bekenntnissen der Lutherischen Kirche, weil in ihnen die Botschaft der Schrift wahrheitsgemäß wiedergegeben ist.

Zum 75jährigen Bestehen der FELSISA im Jahr 1967 schrieb Präses L. Wiesinger: „Was wollten unsere Väter, als sie die Freie Ev. -Luth. Synode in Südafrika gründeten? Sie wollten die Kirche reinen Wortes und lauteren Sakramentes bauen. Sie wollten sich und ihre Nachkommen vor falschen Wegen bewahren. Sie wollten das ihnen von treuen Vätern übermachte Erbe bewahren und ungeschmälert an ihre Nachfahren weitergeben. Darum gründeten sie die Freie Ev. luth. Synode in Südafrika.“2

Möge der dreieinige Gott die FELSISA in ihrem Zeugnis als schrift- und bekenntnistreue lutherische Kirche segnen und sie bei der Verkündigung seines Evangeliums vor der Welt zu deren Heil gebrauchen.

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2 Schrift: Fünfundsiebzigjähriges Jubiläum der Freien Evangelisch-Lutherischen Synode in Südafrika, 1967.

Präses (emeritus) Peter Ahlers, Hillcrest

 

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