Bekenntnisschriften vom Abendmahl des HERRN

Abendmahl des HERRN

Wir glauben, lehren und bekennen… Was lehren die Lutherischen Bekenntnisschriften vom Abendmahl des HERRN?

In diesem Beitrag werden wir uns darauf konzentrieren, was die Lutherischen Bekenntnisschriften über das Wesen des Abendmahles lehren.

Da wir uns immer noch in der „streitenden“ Kirche auf Erden befinden, werden wir mit Auseinandersetzungen hinsichtlich der Hauptartikel des christlichen Glaubens rechnen müssen. Dies beklagen wir; aber es ist auch wahr, dass wir durch solche Anfechtungen genötigt werden, die Worte Christi noch genauer wahrzunehmen.

Mit dem Kleinen Katechismus bekennen wir, dass das Wort und Gebot Christi in Bezug auf das Herrenmahl absolut klar ist. Luther nahm die Einsetzungsworte der Evangelisten Matthäus, Markus und Lukas sowohl als auch vom Apostel Paulus und harmonisierte sie zu einem Einsetzungswort. Damit bekannte er sich zur Kontinuität vom ersten Herrenmahl zu allen Wiederholungen danach.

Diese Harmonisierung wird dadurch bestätigt, dass alle vier Schreiber „einhellig und mit denselben Worten und Silben diese hellen, klaren, festen und zuverlässigen Worte Christi: ‚Das ist mein Leib‘ eben auf dieselbe Weise von dem gesegneten und dargereichten Brot ohne jede Deutung und Veränderung wiederholen.“
[Konkordienformel, Artikel VII].

Dies ist wichtig, da es viele Zweifel beseitigt, wie z.B. die Frage, ob Paulus und Lukas etwas anderes meinen als Matthäus und Markus wenn sie das ‚Kelchwort‘ erwähnen: „Darum gibt es keinen Zweifel, dass auch vom anderen Bestandteil des Sakraments diese Worte des Lukas und des Paulus: ‚Dieser Kelch ist das neue Testament in meinem Blute‘ keine andere Bedeutung haben können als diejenige, die ihnen der heilige Matthäus und Markus geben: ‚Das‘, nämlich was ihr aus dem Kelch mit dem Mund trinkt, ‚ist mein Blut des Neuen Testaments‘, durch das ich dieses mein Testament und den neuen Bund, nämlich die Vergebung der Sünden, mit euch Menschen aufrichte, besiegle und bekräftige.“ [ebd.].

Dies ist nicht eine eigenartige und neue Lehre der Lutheraner, sondern wurde schon in der Alten Kirche geglaubt, gelehrt und bekannt! Dieses Zitat stammt aus der Predigt des Chrysostomos zur Passion Christi (um 400 AD):

„Christus richtet diesen Tisch selbst zu und segnet ihn. Denn kein Mensch macht das dargereichte Brot und den Wein zum Leib und Blut Christi, sondern Christus selbst, der für uns gekreuzigt ist. Die Worte werden durch den Mund des Priesters gesprochen, aber durch Gottes Kraft und Gnade, durch das Wort, wenn er spricht: ‚Das ist mein Leib‘, werden die zum Essen hingestellten Elemente im Abendmahl gesegnet, und wie diese Rede: ‚Wachst und vermehrt euch und erfüllt die Erde‘ nur einmal geredet wurde, aber für alle Zeit in der Natur kräftig ist, dass sie wächst und sich vermehrt, so ist auch diese Rede einmal gesprochen, aber bis auf diesen Tag und bis zu seiner Wiederkunft kräftig und bewirkt, dass im Abendmahl der Kirche sein wahrer Leib und sein wahres Blut gegenwärtig sind.“ [ebd.].

Hiermit kommen wir zur Hauptstreitfrage betreffs des rechten Verständnisses vom Abendmahl, nämlich die Frage, was wir mit dem Mund im Herrenmahl einnehmen. Was bedeuten diese Worte, „Dies ist mein Leib“? Nach den lutherischen Bekenntnisschriften ist es eindeutig, dass diese Worte wörtlich zu verstehen sind, so wie sie dastehen. Wir empfangen den wahrhaftigen Leib Christi, der von Maria geboren wurde, gekreuzigt wurde, auferstanden und zur rechten Hand Gottes aufgefahren ist.

Zwei Stimmen gegen dieses Bekenntnis können in den Reihen der Protestanten identifiziert werden: Einerseits diejenigen, die klar bekennen, dass im Herrenmahl nur Brot und Wein ausgeteilt und in den Mund genommen werden, weiter nichts! Mit anderen Worten, es wird die reale Abwesenheit des Leibes und Blutes Christi im Herrenmahl bekannt. Andererseits finden sich diejenigen, die „zum Teil glänzend mit unseren Worten reden und so tun, als ob sie auch an eine wahrhaftige Gegenwart des wahren, wesentlichen, lebendigen Leibes und Bluts Christi im Heiligen Abendmahl glaubten, doch diese geschehe geistlich, durch den Glauben.
[Konkordienformel, Epitome VII]. Letztendlich bekennt aber auch dieser Versuch sich zu der wahren Abwesenheit des Leibes und Blutes Christi im Herrenmahl. Es wird behauptet, dass der Leib Christi nur im hohen Himmel gegenwärtig sei; „Zu jenem sollen wir uns mit den Gedanken unseres Glaubens in den Himmel erheben und dort selbst, keineswegs aber bei Brot und Wein des Abendmahls, diesen seinen Leib und Blut suchen.“ [ebd.].

Wie klären die Lutherischen Bekenntnisschriften diesen Zweifel? Gibt es ein Wort der Schrift, welches die Worte Christi auslegt, damit die Schrift mit der Schrift ausgelegt werden kann? Ja, es gibt dieses Wort! Die Lutherischen Bekenntnisschriften verweisen auf
1. Korinther 10 als ein „besonders helles Zeugnis“ wo Paulus die Worte Christi entfaltet:

„So ist auch diese Wiederholung, Bestätigung und Erklärung der Worte Christi, die der heilige Paulus 1 Kor. 10[,16] vornimmt, als ein besonders helles Zeugnis für die wahre, wesentliche Gegenwärtigkeit und die Austeilung des Leibes und Blutes Christi im Abendmahl mit allem Nachdruck und Ernst anzusehen, wenn er so schreibt: ‚Der gesegnete Kelch, den wir segnen, ist der nicht die Gemeinschaft des Blutes Christi? Das Brot, das wir brechen, ist das nicht die Gemeinschaft des Leibes Christi?‘ Daraus lernen wir klar, dass nicht allein der Kelch, den Christus im ersten Abendmahl gesegnet hat, und nicht allein das Brot, das Christus gebrochen und ausgeteilt hat, sondern auch dasjenige, das wir brechen und segnen, die Gemeinschaft des Leibes und Blutes Christi sei, in dem Sinne, dass alle diejenigen, die dieses Brot essen und aus dem Kelch trinken, wirklich den wahren Leib und das wahre Blut Christi empfangen und Anteil an ihnen bekommen…

Und wenn Paulus allein von der geistlichen Gemeinschaft des Leibes Christi durch den Glauben redete, wie die Sakramentierer diesen Spruch verdrehen, so würde er nicht sagen: das Brot, sondern der Geist oder Glaube wäre die Gemeinschaft des Leibes Christi. Nun sagt er: das Brot sei die Gemeinschaft des Leibes Christi, damit alle, die das gesegnete Brot zu sich nehmen, auch Teil am Leib Christi bekommen; so muss er ja nicht von einem geistlichen, sondern von einem sakramentalen Empfang oder einem Zu-sich-Nehmen des Leibes Christi mit dem Mund reden, das den frommen und gottlosen Christen gemeinsam zukommt.“ [Konkordienformel, Artikel VII].

Da hiermit die reale Gegenwart des Leibes und Blutes Jesu in den Elementen des Abendmahls nachgewiesen ist, ist es allerdings nötig, dass darauf hingewiesen wird, dass wir Leib und Blut Christi in ihrem „geistlichen Modus“ empfangen: „Wenn aber Doktor Luther oder wir dieses Wort ‚geistlich‘ in dieser Angelegenheit gebrauchen, verstehen wir darunter die geistliche, übernatürliche, himmlische Weise, nach der Christus bei dem Heiligen Abendmahl gegenwärtig ist und nicht allein in den Gläubigen Trost und Leben, sondern auch in den Ungläubigen das Gericht wirkt. Damit verwerfen wir die kapernaitischen Gedanken von der plumpen fleischlichen Gegenwärtigkeit, die unseren Kirchen durch die Sakramentierer trotz aller unserer öffentlichen vielfältigen Darlegung zugeschrieben und aufgenötigt wird. In diesem Verständnis sagen wir auch, dass der Leib und das Blut Christi im Heiligen Abendmahl geistlich empfangen, gegessen und getrunken werde, obwohl dieser Genuss mit dem Mund geschieht, die Weise aber geistlich ist.“ [ebd.].

Schließlich möchte ich noch auf die Frage eingehen, die in der Gegenwart oft gestellt wird: Ist es denn so wichtig was wir als Kirche lehren und bekennen hinsichtlich der Einsetzungsworte? Antwort: Das Wesen des Herrenmahls wird durch Gottes Wort und Befehl bestimmt. Recht verstanden heißt dies, dass das Wesen von der rechten Intention von Gottes Wort und Befehl abhängt. Wenn nun die ursprüngliche Intention verändert wird, wird faktisch das Wort verändert. Wenn „ist“ als „repräsentiert“ gedeutet wird, dann wird das Wort Gottes verstellt. Strenggenommen folgt hieraus, dass wer auch immer die Intention des Wortes Gottes verändert, nicht mehr Gottes Einsetzungsworte über die Elemente spricht. Daher werden dann nur Wein und Brot ausgeteilt. [Konkordienformel, Artikel VII]. Dieses darf allerdings nicht mit der Sache verwechselt werden, dass unser Glaube nicht das Abendmahl macht. Wenn eine Konfession öffentlich bekennt, dass die Einsetzungsworte die reale Abwesenheit von Christi Leib und Blut meinen, wird dort nicht das Mahl des Herrn gereicht.

Von daher ist es nötig, dass wir uns als Lutheraner zu der wahren Intention des Wortes Gottes bekennen und diese lehren, damit die wunderbaren Gaben, nämlich Vergebung der Sünden, Stärkung des Glaubens, ewiges Leben und Seligkeit uns im Herrenmahl gegeben werden und wir diese im Glauben empfangen.          ■

Pastor Kurt Schnackenberg, Shelly Beach

 

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